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„Impfen Pro & Contra:
Das Handbuch für die individuelle Impfentscheidung“ von Dr. Martin Hirte
Eine Analyse von Dr. Jan Oude-Aost

 

19. Teil – “Wahrscheinliche oder gesicherte Impffolgen – Teil II

 

“Eine der wenigen Studien zum Thema Abwehrschwäche, bei denen Ungeimpfte mit Geimpften verglichen werden, führte Peter Aaby an Kindern im westafrikanischen Guinea-Bissau durch. In den sechs Monaten nach der Impfung gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten und Kinderlähmung lag das Sterblichkeitsrisiko durch Infektionskrankheiten bei geimpften Kindern doppelt so hoch wie bei ungeimpften Kindern: »Die Rolle der DTP-Impfung in Gebieten mit hoher Kindersterblichkeit muss noch geklärt werden« (Aaby 2000 (1) ). Bei einer weiteren Untersuchung in Malawi fand sich derselbe Effekt, der bei Mädchen sogar noch ausgeprägter war als bei Buben (Aaby 2006).” (Seite 93/94)

Aaby 2000 stellte auch fest, dass bestimmte Lebendimpfungen das „Sterblichkeitsrisiko“ senkten (2), es handelt sich dabei um die bereits erwähnten „unspezifischen Effekte“. In der Dokumentation Eingeimpft (2018) behauptet Aaby, zum richtigen Zeitpunkt verabreichte Lebendimpfungen würden die negativen Folgen von Totimpfstoffen aufheben. Aaby 2000 untersucht Kleinkinder bis zum Alter von 24 Monaten. Hält man sich an die Empfehlungen der STIKO, gehört zum ersten Impftermin eine Lebendimpfung (Rota-Viren) und auch die letzte Impfung, die man gibt, ist eine Lebendimpfung (MMR). Wenn Aabys Hypothesen stimmen, wären die STIKO-Empfehlungen bereits daran angepasst. Allerdings sind die Effekte in Industriestaaten wahrscheinlich deutlich geringer. 2011 gab es eine Konferenz in Kopenhagen, auf der unter anderem Möglichkeiten besprochen wurden, Aabys Hypothesen in aktuellen Impfplänen anzuwenden3.

Hinzugekommen in der Ausgabe 2018 ist diese Aussage:

“Unter 666 Schulkindern in den USA haben Geimpfte signifikant häufiger als Ungeimpfte Ohrenentzündungen (19,8 Prozent vs. 5,8 Prozent) und Lungenentzündungen (6,4 Prozent vs. 1,2 Prozent) durchgemacht (Mawson 2017(1).” (Seite 105/2018)

Mawson 2017 wurde zweimal veröffentlicht und zweimal wieder zurückgezogen, weil die Qualität der Studie zu schlecht war. Die Ergebnisse waren im Grunde nicht auswertbar. Finanziert wurde sie von einer Lobbyorganisation, die davon ausgeht, dass Impfungen Autismus hervorrufen. Hirte kritisiert in der Ausgabe 2018 die Arbeit Schaud 2017 aufgrund methodischer Mängel in der Zusammenstellung der untersuchten ProbandInnen. Mawson 2017 weist deutlich größere Mängel in der Zusammenstellung der untersuchten ProbandInnen auf und lässt ebenfalls Mängel in der Datenerhebung erkennen, die bei Schaud 2017 deutlich verlässlichere Ergebnisse liefert.

“Auch in Industrieländern lässt sich ein Trend zu einer vermehrten Infektneigung nach Impfungen zeigen: Israelische Kinder erkranken in den vier Wochen nach der DTP-Impfung häufiger an Fieber, Diarrhö oder Husten als vor der Impfung (Jaber 1988 (4) ). Auch nach der DT-Impfung kommt es vermehrt zu Infekten der oberen Luftwege und Grippeerkrankungen (Burmistrova 1976 (5) ). In den Wochen nach der Hepatitis-B-Impfung steigt das Risiko für Infektionen im HNO-Bereich (Fisher 2001 (6) ).” (Seite 94)

Jaber 1988 ist eine Studie an 82 Kindern im Alter von 2-12 Monaten, deren Ergebnis Hirte korrekt wiedergibt (7). Allerdings gibt es mehrere Studien, mit deutlich mehr Teilnehmern, die diesen Zusammenhang nicht bestätigen konnten. Davidson 1991 (8) überprüfte einen möglichen Zusammenhang zwischen der Impfung und vermehrten Infektionen. Ein solcher konnte nicht nachgewiesen werden. (9). Joffe 1992 (10) fand keinen Zusammenhang zwischen der Impfung und einer Krankenhauseinweisung aufgrund einer Infektion in den 30 Tagen danach (11). Burstein 1994 (12) beschäftigte sich mit der Frage, ob Kinder nach der Impfung anfälliger für schwere bakterielle Infektionen waren und fand keinen Zusammenhang (13). Diese drei Studien sind alle gemacht worden, weil der Verdacht eines Zusammenhangs bestand. Ihre Existenz widerlegt den von Hirte wiederholt gemachten Vorwurf, Nebenwirkungen von Impfungen würden nicht untersucht. In einem wissenschaftlichen Buch wären diese Studien wenigstens erwähnt worden. Und ein Autor hätte darin begründet, weshalb er den Ergebnissen der Studien nicht folgt. Bei Burmistrova 1976 handelt es sich um eine tierexperimentelle Studie (14), die sechs Mal zitiert wurde, was für eine Studie von 1976 nicht viel ist. Einmal von Hirte, einmal von Geier, einem fragwürdigen Impfgegner, der in dieser Arbeit bereits vorgestellt wurde.

Fisher 2001 fand einen zeitlichen Zusammenhang, jedoch ohne einen kausalen Zusammenhang herstellen zu können (15).

2003 kam Duclos (16) in der Zusammenschau der verfügbaren Ergebnisse zu dem Schluss, dass die Risiken der HepB-Impfung theoretisch seien, im Gegensatz zum klaren praktischen Nutzen. Trotzdem wird empfohlen, die Sicherheit des Impfstoffes weiter zu beobachten (17).

“Nach der Grippeimpfung von Kindern kommt es signifikant häufiger als nach Placebos zu Mittelohrentzündungen, Krankenhausaufnahmen und Betreuungstagen der Eltern wegen einer Erkrankung des Kindes (Hoberman 2003 (18).” (Seite 94)

Diese Aussage gibt nicht die Ansicht der Studienautoren wieder. Die Autoren schreiben, dass in ihrer Arbeit nicht gezeigt werden konnte, dass die „Grippe-Impfung“ gegen Otitis Media schützt (19). In einigen Ergebnissen ist zu einigen Zeitpunkten die Belastung in der Verumgruppe höher. Am Ende der Studie gibt es jedoch keine signifikanten Unterschiede. Sich Ergebnisse während der einer Studie herauszunehmen, um eine Aussage zu belegen, ist lange eine beliebte Methode von Pharmaunternehmen gewesen. Hirte zitiert so selektiv, dass es nah an einer Unwahrheit ist.

“Angelika Kögel-Schauz fand in der Nachauswertung des Kinder- und Jugendgesundheitssurveys 2003–2006 einen deutlichen Zusammenhang zwischen der Anzahl der Infekte und der Anzahl der Impfungen (Kögel-Schauz 2009).” (Seite 94)

Kögel-Schauz 2009 wurde bereits besprochen. Es ist keine belastbare Quelle.

Es gibt immer mehr Anzeichen dafür, dass das Durchmachen fieberhafter Erkrankungen, und darunter ganz besonders der »klassischen« Kinderkrankheiten wie Masern, Mumps, Röteln und Windpocken, einen gewissen Schutz vor Krebserkrankungen im späteren Leben vermittelt (siehe das jeweilige Impfkapitel). Dieser Lernprozess des Immunsystems wird durch die entsprechenden Impfungen vereitelt.” (Seite 94)

Diese Aussage ist nicht korrekt, im Gegenteil. Es gibt bestimmte Krebsarten, die ganz klar durch Infektionen mit verursacht werden (Gebärmutterhalskrebs durch HPV-Infektionen). Es gibt Hinweise (Hirte weist selbst darauf hin), dass chronische Entzündungen ebenfalls das Risiko erhöhen, an bestimmten Krebsarten zu erkranken. Die von Hirte zitierten Quellen halten einer kritischen Betrachtung nicht stand. Details zu dieser Behauptung finden sich im 1. Teil.

“In den USA wurden zwischen 1990 und 1995 697 Fälle von Kreislaufkollaps unmittelbar nach einer Impfung gemeldet, meist bei Kindern und Jugendlichen. Sechs Patienten erlitten schwere Kopfverletzungen, drei mussten neurochirurgisch versorgt werden, zwei behielten dauerhafte Hirnschäden (Braun 1997 (20) ).” (Seite 94/95)

So wie Hirte es darstellt, entsteht der Eindruck, Inhaltsstoffe von Impfungen seien verantwortlich für die Synkopen. Dabei dürfte es sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um die Auswirkungen einer „Spritzen-Phobie“ handeln. Die AutorInnen empfehlen daher auch entsprechende Maßnahmen (21). Sollte die Annahme, dass es sich um die Auswirkungen einer Nadel-(Spritzen-)Phobie handelt, stimmen, würde das Risiko solcher Verletzungen steigen, wenn mehr Einzelimpfstoffe verabreicht werden, wie Hirte es vorzieht.

“Krampfanfälle nach Impfungen werden in unterschiedlicher Häufigkeit beobachtet, besonders oft nach der MMR- und Keuchhustenimpfung mit einem Risiko von bis zu 1:1.000 (Barlow 2001 (22), Miller 2007 (23) ). (…) Die durch Impfungen ausgelöste Entzündungskaskade mit ihren speziellen Botenstoffen kann bei jungen Säuglingen ebenfalls die Anfallsbereitschaft steigern (Galic 2008 (24) ).” (Seite 95)

Barlow 2001 konnte ein erhöhtes Risiko für sogenannte Fieberkrämpfe feststellen. Das sind Krampfanfälle, die im Fieberanstieg auftreten können. Sie sind zwar beängstigend anzusehen, jedoch nicht gefährlich. Und was am wichtigsten ist, sie haben keine neurologischen Folgen. Dass das Risiko für diese Art von Krampfanfällen steigt, ist zu erwarten, da im Rahmen der „Impfmasern“ Fieber auftreten kann. Barlow 2001 konnte keinen Zusammenhang zwischen Epilepsie und MMR-Impfungen feststellen (25). Miller 2007 bestätigt das Ergebnis von Barlow 2001, dies ist jedoch aus einem anderen Grund interessant. Die Existenz von Miller 2007 widerspricht der Behauptung Hirtes, Nebenwirkungen von Impfungen würden nicht untersucht, nachdem ein Impfstoff zugelassen worden ist. Genau das war jedoch die Aufgabe von Miller 2007 und die AutorInnen bewerten das Ergebnis ihrer Arbeit positiv (26). Auch die WHO weist in einer Broschüre zu Impfnebenwirkungen von 2014 auf Barlow 2001 und Miller 2007 hin und schließt einen Zusammenhang mit bleibenden Schäden aus (27). Batra 2015 (28) kommt zum selben Ergebnis und weist darauf hin, dass eine MMR-Impfung nach dem 15. Lebensmonat das Risiko für das Auftreten von Fieberkrämpfen erhöht.

Hirte macht eine Aussage zu jungen Säuglingen anhand Galic 2008, wo erwachsenen Ratten Bakterienbestandteile injiziert wurden.

“Hypotone-hyporesponsive Episoden … Hypotone-hyporesponsive Episoden (HHE) sind kollapsartige Zustände, die innerhalb von 48 Stunden, durchschnittlich drei bis vier Stunden nach einer Impfung auftreten und durch verminderte Ansprechbarkeit, muskuläre Schlaffheit und Blässe oder Zyanose (bläuliche Färbung der Haut) charakterisiert sind. Der Entstehungsmechanismus ist unbekannt, es handelt sich jedoch wahrscheinlich um eine zentralnervöse Regulationsstörung. Spätfolgen wurden bisher nie untersucht.” (Seite 96)

1988 untersuchten Baraff et al. das Phänomen und kontaktierten einige Familien sechs Jahre nach dem Auftreten des Phänomens (29). Sie kamen zum Ergebnis, dass es keine langfristigen neurologischen Schäden gibt (30).

Bei zu früh geborenen Säuglingen kann es sich als folgenschwer erweisen, den Impfkalender nach dem tatsächlichen Geburtstermin und nicht nach dem berechneten Termin auszurichten. Je jünger und leichter Kinder bei einer Impfung sind, umso wahrscheinlicher erleiden sie in den folgenden Tagen Zustände von Atemstillstand (Apnoe) und bedrohlichem Abfall der Herzfrequenz (Bradykardie). Die unabhängige Nachauswertung der TOKEN-Studie des Robert-Koch-Instituts ergab für Frühgeborene ein sechsfach erhöhtes Risiko, innerhalb von drei Tagen nach einer Fünf- oder Sechsfachimpfung zu sterben (Ehgartner 2011). (Seite 97)

Ehgartners Behauptungen zur TOKEN-Studie wurden bereits besprochen und sind nicht belastbar (siehe 10. Teil).

Botham (1997 (31) ) erfasste in seiner Studie bei 12 Prozent der geimpften Frühgeborenen Apnoen, bei weiteren 11 Prozent verschlechterten sich vorbestehende Apnoen. Bei jedem dritten der betroffenen Kinder war vorübergehend eine Sauerstoffbehandlung notwendig. (Seite 97)

Botham 1997 ist nicht in der Lage zu beantworten, ob Impfungen spezifisch für die Symptome verantwortlich waren oder damit verbundener Stress (32). Dafür hätte es eine Placebogruppe geben müssen. Frühgeborene reagieren auf jede Art von Stress mit Apnoe, darum werden sie in der Regel auch überwacht. Das ist es auch, was die Autoren empfehlen. In der Studie wurde auch beobachtet, dass Kinder, die DTPw bekamen, mehr Apnoen hatten als Kinder, die DTPw + HiB Impfstoffe bekamen. Das widerspricht Hirtes Behauptungen, mehr Impfstoffe würden Kinder mehr belasten.

Die Impfreaktionen bei Frühgeborenen müssen im Zusammenhang mit der sehr kontroversen Diskussion über Impfungen und plötzlichen Kindstod reifgeborener Kinder gesehen werden. Zwischen 2001 und 2011 wurden dem Paul-Ehrlich-Institut 117 Fälle von Atemstillstand nach einer Impfung mitgeteilt. Mindestens zwei Apnoen ereigneten sich unter 1.500 reifgeborenen Kindern nach der Impfung mit dem Sechsfachimpfstoff Hexavac (Liese 2000 (33). (Seite 99)

Die Diskussionen über Impfungen und plötzlichen Kindstod sind nicht kontrovers, wenn man sich die wissenschaftlichen Belege anschaut. Dort gibt es eine leichte Tendenz, dass Impfungen vor dem plötzlichen Kindstod schützen. Nur dann, wenn ich der Meinung bin, bei dieser Frage solle etwas bewusst verschwiegen werden und das RKI wolle „die Wahrheit“ unterdrücken, ist die Diskussion kontrovers. Die „Ärzte für eine individuelle Impfentscheidung“ scheinen dieser Ansicht zu sein. Hirte benutzt in diesem Absatz Verdachtsfälle, als sei dabei ein Zusammenhang belegt. Die von Hirte genannte Quelle ist im Netz nicht auffindbar.

Die seit der breiten Anwendung von Sechsfachimpfstoffen gemeldeten Todesfälle in den Tagen nach der Impfung könnten daher zumindest teilweise auf impfbedingte Atemstillstände zurückzuführen sein. (Seite 99)

In Anbetracht der sehr dünnen Evidenz für Hirtes Behauptung und der Verunsicherung, die so ein Satz hervorrufen kann, ist das eine verantwortungslose Aussage.

„In der medizinischen Literatur gibt es zahlreiche Anhaltspunkte dafür, dass Impfungen bei genetisch anfälligen Menschen Autoimmunerkrankungen zum Ausbruch bringen oder ihren Verlauf ungünstig beeinflussen können. »Eine typische Impfstoffrezeptur enthält alle notwendigen Komponenten für die Herbeiführung einer Autoimmunerkrankung« (Tomljenovic 2012).“ (Seite 101)

[Anm.: JOA: In  der Ausgabe 2018 werden die Quellen verändert: Cerpa-Cruz 2013 (44), Esposito 2014 (45), Guimarães 2015 (46),, D’Alò 2017 (47),, Vadalà 2017 (48).]

Tomljenovic und Shaw wurden im Rahmen dieses Textes bereits erwähnt, ihre Qualifikationen sind fraglich. Beide haben Geld von einer Organisation erhalten, die das Vertrauen in Impfungen verringern will.

Cerpa-Cruz 2013 ist eine kleine Studie mit 43 Probanden, die sich zwischen 2008 und 2012 mit moderaten bis schweren Symptomen in einem Zeitraum von bis zu 54 Tagen nach einer Impfung vorstellten. Aufgenommen wurden 11 verschiedene Impfungen, was eine Unterscheidung schwer macht. Nur 4 der Patienten hatten eine Autoimmunerkrankung und nur ein Patient hatte messbare Autoantikörper. Aus dieser Studie einen kausalen Schluss zu ziehen, ist nicht möglich (49).

Esposito 2014 erhebt keine eigenen Daten, sondern bezieht sich auf das von Shoenfeld propagierte ASIA, dessen Annahmen auf wackeligen Füßen stehen (49). Sie beschreibt die Herausforderungen in der Diagnostik und fordert mehr Forschung dazu. Ein weiterer Hinweis darauf, dass Hirte mit seiner Einschätzung, mögliche Nebenwirkungen würden nicht erforscht, falsch liegt. Guimarães 2015 ist eine Literaturrecherche, an der auch Shoenfeld selbst beteiligt war, auch sie sammelt Fallberichte, die nicht in der Lage sind, einen kausalen Zusammenhang zu belegen. D’Alò 2017 ist eine Art Leitfaden zu seltenen Nebenwirkungen von Impfungen, auch diese AutorInnen beziehen sich auf die Hypothesen von Shoenfeld. Sie schreiben von wachsenden Belegen für einen kausalen Zusammenhang zwischen Infektionskrankheiten und Autoimmunerkrankungen und empfehlen darum, bei Menschen mit Immunerkrankungen  empfohlene Impfungen durchzuführen. Vadalà 2017 ist eine Übersichtsarbeit zu Shoenfelds Hypothesen, die ebenfalls keine neuen Daten erhebt und Bekanntes zusammenträgt.

Auch die Erhöhung der Quellenanzahl in der Ausgabe 2018 gibt den Behauptungen nicht mehr Gewicht, weil sie sich weiterhin auf die Hypothesen eines Wissenschaftlers beziehen, der gemeinsam mit Wakefield auf Konferenzen in einem Ferienresort auf Jamaica auftritt und Geld von Lobbyorganisationen erhält, die Impfungen ablehnen.

“Die zufällige immunologische Verwandtschaft von Impfantigenen mit Körpergewebe (Brandis 1994, Burton 2008 (36) ) oder Verklumpungen zwischen Impfantigen und körpereigenen Antikörpern, sogenannte Immunkomplexe, können dazu führen, dass das Abwehrsystem körpereigenes Gewebe nicht mehr toleriert, sondern angreift.”

Nur Ausgabe 2012: “Auch der netzwerkartige Aufbau des Immunsystems kann zur Folge haben, dass durch eine Impfung Teile des Immunsystems »hochreguliert« werden und damit die Bildung von Autoantikörpern in Gang gebracht wird (Reiber 1996 (37) ).” (Seite 101)

Ausgabe 2015: „Im Tierversuch konnte gezeigt werden, das Autoimmunreaktionen die “unvermeidliche Konsequenz der Überreizung des Immunsystems durch wiederholte Immunisierung mit Antigenen“ sind (Tsumiyama 2009 (34) )”

Brandis 1994 verweist auf Molekulares Mimikry, das bei natürlichen Infektionen ein Problem sein kann. Bei Impfungen kann dieses Risiko durch die Antigenauswahl verringert werden und es gibt keine Belege dafür, dass das ein relevantes Problem ist.

Burton 2008 ist leider nicht komplett einzusehen, es scheint sich bei dem Text aber um das zu handeln, was Hirte angibt. Allerdings ist die Quelle falsch benannt. Hirte schreibt, der Artikel sei von Burton, A., Waisbren, S. Es handelt sich jedoch um Burton A. Waisbren Sr. ; Waisbren war ein Arzt, der sich auf die Behandlung von „Impfschäden“ durch eine Hep-B Impfung spezialisiert hatte. Er arbeitet, soweit ich das finden konnte, nicht in einem Forschungskontext, daher ist dieser Text eher als (Fach-)Meinungsäußerung einzuschätzen. Waisbren wurde 1991 die Approbation zeitweise wegen des Vorwurfs entzogen, er habe unverantwortlich gehandelt. Alle drei Quellen werden in der Einführung der Ausgabe 2018 nicht mehr genannt.

Reiber 1996 berichtet über das Golfkriegssyndrom (38). Hirte setzt hier die von der STIKO empfohlenen, gut untersuchten Impfungen mit Impfungen gleich, die bei uns nur bei seltenen und schweren Erkrankungen indiziert sind. Gleichzeitig ignoriert er die vollkommen unterschiedlichen Umgebungsfaktoren (nachzulesen im Wikipediaartikel, siehe vorstehenden Link).

Tsumiyama 2009 spricht explizit von Antigenen im Rahmen von Infektionen, Masern werden konkret erwähnt (35). Impfungen rufen andere Mechanismen hervor. Die Quelle spricht eher gegen die Ansichten Hirtes.

“Das amerikanische Institute of Medicine erkennt das Risiko von impfbedingten Autoimmunerkrankungen an und fordert mehr Forschung zu diesem Thema: »Die biologischen Belege (›evidence‹), dass Impfungen zu Infektionen, Autoimmunerkrankungen oder Allergien führen, sind mehr als nur theoretisch. Es liegt jedoch nur wenig wissenschaftliche Literatur vor, und die Besorgnis unter einer bedeutenden Minderheit von Eltern ist groß … Das Komitee empfiehlt bei der Erstellung von Krankheitsregistern und Studienprotokollen von Forschungsprogrammen zu autoimmunen und allergischen Erkrankungen die routinemäßige Erhebung der Impfanamnese« (IOM 2002 (39) ).” (Seite 102)

Der zitierten Aussage steht jedoch die Einschätzung im wissenschaftlichen Teil entgegen (40). Es könnte eine Äußerung sein, die maximale Sicherheit herstellen will. Was man sich ja auch wünscht… und etwas ist, was laut Hirte nicht praktiziert wird. Darüber hinaus hat das IOM seitdem Impfungen nach Schema wieder empfohlen. Am Rande sei bemerkt, dass das IOM bewusst mit WissenschaftlerInnen besetzt ist, die nichts mit Impfungen zu tun haben, um Interessenkonflikte zu vermeiden (41).

Kinder, die aufgrund bestimmter genetischer Merkmale anfällig für Autoimmunerkrankungen sind, erleiden nach Impfungen eher neurologische Impfreaktionen (Montinari 1996, Bradstreet 2004). Einjährige Kinder weisen nach der Hib-Impfung überzufällig häufig Antikörper gegen insulinbildende Zellen in der Bauchspeicheldrüse auf (Wahlberg 2003). (Seite 102)

[Anm. JOA: In der Ausgabe 2018 wurde die Quelle Montinari 1996 entfernt.]

Montinari 1996 ist nicht einsehbar, wird aber auch von vielen Seiten zitiert, die sich dem angeblichen Zusammenhang von Impfungen und Autismus verschrieben haben. Bradstreet 2004 ist bereits besprochen. Wahlberg 2003 ist eine Studie die Antikörper nachweisen konnte. Wichtig ist jedoch, ob Diabetes entsteht. Dazu wurde 2017 eine Arbeit veröffentlicht (42), die diese Befürchtung widerlegen konnte (43).

Die schwere Autoimmunerkrankung Lupus erythematodes tritt überzufällig oft nach einer Hepatitis-B-Impfung auf (Agmon-Levin 2009 (50) ). (Seite 102)

Agmon-Levin 2009 ist nicht in der Lage diese Aussage zu belegen. Es wurden 10 Personen untersucht, die nach einer HepB-Impfung einen Lupus erythematodes (SLE) entwickelten. Aus der zeitlichen Korrelation will Hirte eine Kausalität herleiten. Ich finde das fragwürdig, zumal wenn man bedenkt, dass Agmon-Levin zusammen mit Shoenfeld arbeitet, dessen Interessenkonflikte und fragwürdige wissenschaftliche Qualifikation (gemeinsam mit Shaw und Tomljenovic) in diesem Text bereits besprochen wurden. Shoenfeld nutzt die selbst durchgeführten Studien unter anderem in Gerichtsprozessen, in denen Kompensation für „Impfschäden“ angestrebt werden.


 

  1. Routine vaccinations and child survival: follow up study in Guinea-Bissau, West Africa; Ines Kristensen, Peter Aaby and Henrik Jensen; BMJ. 2000 Dec 9; 321(7274): 1435.  
  2. Abstract Aaby 2000: Objective: To examine the association between routine childhood vaccinations and survival among infants in Guinea-Bissau. Design: Follow up study. Participants: 15 351 women and their children born during 1990 and 1996. Setting: Rural Guinea-Bissau. Main outcome measures: Infant mortality over six months (between age 0-6 months and 7-13 months for BCG, diphtheria, tetanus, and pertussis, and polio vaccines and between 7-13 months and 14-20 months for measles vaccine). Results: Mortality was lower in the group vaccinated with any vaccine compared with those not vaccinated, the mortality ratio being 0.74 (95% confidence interval 0.53 to 1.03). After cluster, age, and other vaccines were adjusted for, BCG was associated with significantly lower mortality (0.55 (0.36 to 0.85)). However, recipients of one dose of diphtheria, tetanus, and pertussis or polio vaccines had higher mortality than children who had received none of these vaccines (1.84 (1.10 to 3.10) for diphtheria, tetanus, and pertussis). Recipients of measles vaccine had a mortality ratio of 0.48 (0.27 to 0.87). When deaths from measles were excluded from the analysis the mortality ratio was 0.51 (0.28 to 0.95). Estimates were unchanged by controls for background factors. Conclusions: These trends are unlikely to be explained exclusively by selection biases since different vaccines were associated with opposite tendencies. Measles and BCG vaccines may have beneficial effects in addition to protection against measles and tuberculosis.
  3. Sex differences in the vaccine-specific and non-targeted effects of vaccines; Katie L. Flanagan, Sabra L. Klein, Niels E. Skakkebaek, Ian Marriott, Arnaud Marchant, Liisa Selin, Eleanor N. Fish, Andrew M. Prentice, Hilton Whittle, Christine Stabell Benn, Peter Aaby; Vaccine Volume 29, Issue 13, 16 March 2011, Pages 2349-2354
    Conference report
  4. Clinical Pediatrics; Infectious Episodes Following Diphtheria-Pertussis-Tetanus Vaccination: A Preliminary Observation in Infants; Lutfi Jaber, Mordechai Shohat, Marc Mimouni; 1988 Research Article
  5. Change in the non-specific resistance of the body to influenza and acute respiratory diseases following immunization diphtheria-tetanus vaccine. (Article in Russian); Burmistrova AL, Gorshunova LP, Ebert LIa.; Mikrobiol Epidemiol Immunobiol. 1976;(3):89-91.
  6. Adverse Events Associated with Hepatitis B Vaccine in U.S. Children Less Than Six Years of Age, 1993 and 1994; MONICA A. FISHER, MPH, PhD, STEPHEN A. EKLUND, DrPH, MHSA, SHERMAN A. JAMES, PhD, AND XIHONG LIN, PhD; Ann Epidemiol, January 2001;11:13–21  
  7. Abstract Jaber 1988: Conclusion: In addition to reactive fever during the first 3 days following DPT immunization, an increase in infectious episodes seems to occur in infants during the month following administration of this vaccine.
  8. DTP Immunization and Susceptibility to Infectious Diseases Is There a Relationship?; Michael Davidson, MD, MPH; G. William Letson, MD; Joel I. Ward, MD; et al; Am J Dis Child. 1991;145(7):746-749. doi:10.1001/archpedi.1991.02160070046020
  9. Davidson 1991 Abstract: A two-part study was carried out in Alaskan Native children to evaluate the potential risk of invasive bacterial disease and the occurrence of minor illnesses after immunization with diphtheria and tetanus toxoids and whole-cell pertussis vaccine (DTP). First, a case-control comparison was performed with 186 children who had invasive Haemophilus influenzae type b or Streptococcus pneumoniae disease (cases) and 186 healthy controls matched for sex, region of residence, birth date, and number of DTP immunizations. The proportion of cases and controls immunized in the 30-day period before onset of disease for cases or reference date for controls was identical, suggesting no association with DTP immunization. In a second analysis, the occurrence of any illness, particularly infectious diseases, in 104 study subjects was compared for the period 30 days before and after 377 DTP immunizations. The rate of illness before immunization was 53%, and after immunization, 43%, again suggesting no causative effects from DTP immunization. Despite the high rates of invasive bacterial disease and nearly compete DTP immunization status in this population, no consistent relationship could be demonstrated between DTP immunization and susceptibility to infectious diseases.
  10. Diphtheria-tetanus toxoids-pertussis vaccination does not increase the risk of hospitalization with an infectious illness.; Joffe LS ,  Glode MP , Gutierrez MK ,  Wiesenthal A ,  Luckey DW ,  Harken L; The Pediatric Infectious Disease Journal 01 Sep 1992, 11(9):730-735
  11. Joffe 1992 Abstract: The purpose of this study was to determine whether children hospitalized with a primary diagnosis of infection were more likely than matched controls to have had a diphtheria-tetanus toxoids-pertussis immunization in the 30 days before hospitalization of the case. Cases were less likely than controls to have received an immunization (P = 0.003). They were also less likely to have been breast-fed (P < 0.001) and to have had a well-child care clinic visit (P = 0.01). Cases were significantly more likely to be preterm (< 38 weeks gestation), low birth weight (< 2500 g) and attending day care than their matched nonhospitalized controls (P = 0.003, 0.03 and 0.002, respectively). This study demonstrates no association between receipt of diphtheria-tetanus toxoids-pertussis immunization and subsequent hospitalization for an infectious illness.
  12. Does recent vaccination increase the risk of occult bacteremia?; Burstein JL ,  Fleisher GR; Pediatric Emergency Care 01 Jun 1994, 10(3):138-140
  13. Burstein 1994 Abstract: Several studies have questioned whether vaccination, especially against pertussis, increases the risk of invasive bacterial disease in young children in the immediate postvaccination period. In most cases, the antecedent of invasive bacterial disease is occult bacteremia. Therefore, we conducted a case-control study of children seen in an emergency department to determine whether there was an increased risk of occult bacteremia associated with recent vaccination. The case patients were obtained from an ongoing multicenter study of antibiotics for the management of suspected occult bacteremia; two age-matched controls were chosen for each case patient, consisting of one series of febrile nonbacteremic children and a second series of nonfebrile children with noninfectious complaints. The intervals from most recent vaccination to emergency department presentation were compared among case and control patients using the two-tailed t test. There was no significant difference in the time since last vaccination with any antigen, or with diphtheria-tetanus-pertussis in particular, among the case patients and patients in either control series. Recent vaccination was not associated with increased susceptibility to occult bacteremia among these children.
  14. Burmistrova 1976 Abstract : A single vaccination of animals with diphtheria-tetanus vaccine caused changes in non-specific resistance of the organism to influenza of phasic character: a reduction of resistance to influenza was observed at the early periods after the vaccination, with its subsequent restoration to the initial level and increase at the remote periods after the immunization. Immunization of children with diphtheria-tetanus vaccine also led to a short-term reduction non-specific resistance to influenza and acute respiratory diseases during the second decade after the vaccination, and its subsequent increase at periods from the 40th to the 60th day.
  15. Fisher 2001 ABSTRACT:
    PURPOSE: This study evaluated infrequent adverse reactions to hepatitis B vaccine by investigating the association of this vaccine with adverse health outcomes for U.S. children less than six years of age. The evaluation of the association between hepatitis B vaccine and chronic arthritis provides needed data, relevant to the Institute of Medicine’s Report that there are inadequate data available to assess the causal relationship of hepatitis B vaccine to arthritis risk. METHODS: The 1993 (n = 5505 children) and 1994 (n = 6515 children) National Health Interview Survey (NHIS) datasets were analyzed to provide post-marketing surveillance data from probability samples of the U.S. population. Incident cases of adverse events were determined from the temporal association between the hepatitis B vaccination and the adverse events.
    RESULTS: Controlling for age, race, and gender simultaneously in the 1994 NHIS, hepatitis B vaccine was found to be associated with prevalent arthritis, incident acute ear infections, and incident pharyngitis / nasopharyngitis.
    CONCLUSIONS: Evidence from this study suggests that hepatitis B vaccine is positively associated with adverse health outcomes in the general population of US children.  
  16. Safety of immunisation and adverse events following vaccination against hepatitis B; Philippe Duclos; V; Expert Opin Drug Saf 2003;2(3):225-31
  17. Duclos 2003: The risks of hepatitis B vaccination are only theoretical in comparison with clear benefits in terms of cirrhosis and cancer prevention, and the HBV remains one with an excellent safety profile.
  18. Effectiveness of Inactivated Influenza Vaccine in Preventing Acute Otitis Media in Young Children
    A Randomized Controlled Trial; Alejandro Hoberman, MD; David P. Greenberg, MD; Jack L. Paradise, MD; et al; JAMA. 2003;290(12):1608-1616.
  19. Hoberman 2003 Conclusion Administration of inactivated trivalent influenza vaccine to children aged 6 to 24 months did not reduce their burden of AOM or their utilization of selected health care and related resources.
  20. Syncope After Immunization; M. Miles Braun, MD, MPH; Peter A. Patriarca, MD; Susan S. Ellenberg, PhD; Arch Pediatr Adolesc Med. 1997;151(3):255-259. doi:10.1001/archpedi.1997.02170400041007
  21. Braun 1997 Abstract: Objective:  To describe the individual characteristics, clinical features, and morbidity associated with syncope following immunization. Design:  Large case series.
    Setting:  United States, 1990 through 1995. Subjects:  Reports to the national Vaccine Adverse Event Reporting System (VAERS), a passive surveillance system. An additional 3 reports of head injury (documented by medical records) were obtained through the National Vaccine Injury Compensation Program. Main Outcome Measures:  Syncope, syncope and hospitalization, or syncope and head injury within 12 hours of vaccination. Results: A total of 697 cases of syncope after vaccination was reported. Age younger than 20 years was reported for 77.4%; 57.5% were female. Hospitalization was reported in 9.6%. Of the 571 syncope events with known time, 511 occurred 1 hour or less after vaccination. Of these, 323 (63.2%) occurred 5 minutes or less, 454 (88.8%) occurred 15 minutes or less, and 500 (97.8%) occurred 30 minutes or less after vaccination. Tonic or clonic movements, which have been associated with the anoxia of vasovagal syncope, were reported in 30.4% of syncopal episodes occurring 15 minutes or less after and in 12.8% of those occurring 15 minutes or longer after vaccination (P<.001). Six patients suffered skull fracture, cerebral bleeding, or cerebral contusion after falls; 3 of these patients required neurosurgery. Falls occurred 15 minutes or less after vaccination, in or near the clinic or office. Ages ranged from 12 to 28 years; 5 of 6 were male. Follow-up revealed substantial residual impairment in 2 patients. Conclusions:  Prevention of injury from syncope after vaccination and of syncope itself may be possible in many cases. Vaccinators should be aware that patients exhibiting presyncopal signs and symptoms around the time of immunization need to be evaluated carefully and may need to be assisted to sit or lie down after immunization until free of symptoms.Arch Pediatr Adolesc Med. 1997;151:255-259
  22. THE RISK OF SEIZURES AFTER RECEIPT OF WHOLE-CELL PERTUSSIS OR MEASLES, MUMPS, AND RUBELLA VACCINE; WILLIAM E. BARLOW, PH.D., ROBERT L. DAVIS, M.D., M.P.H., JOHN W. GLASSER, PH.D., FOR THE CENTERS FOR DISEASE CONTROL AND PREVENTION VACCINE SAFETY DATALINK WORKING GROUP; N Engl J Med, Vol. 345, No. 9 · August 30, 2001
  23. Risks of Convulsion and Aseptic Meningitis following Measles-Mumps-Rubella Vaccination in the United Kingdom; E. Miller, N. Andrews, J. Stowe, A. Grant, P. Waight, and B. Taylor; July 28, 2006.  
  24. Neurobiology of Disease Postnatal Inflammation Increases Seizure Susceptibility in Adult Rats; Michael A. Galic, Kiarash Riazi, James G. Heida, Abdeslam Mouihate, Neil M. Fournier, Sarah J. Spencer,
    Lisa E. Kalynchuk, G. Campbell Teskey, and Quentin J. Pittman ; The Journal of Neuroscience, July 2, 2008
  25. Schwere unerwünschte Ereignisse nach Impfungen-Koinzidenz versus Kausalität. Evidenzbasierte Analyse der STIKO-empfohlenen Impfungen zur Grundimmunisierung im Kindes- und Jugendalter.; Dissertation zum Erwerb des Doktorgrades der Medizin an der Medizinischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität zu München vorgelegt von Lucia Gerstl
  26. Measles-mumps-rubella (MMR) vaccines containing the Urabe strain of mumps were withdrawn in the United Kingdom in 1992 following demonstration of an increased risk of aseptic meningitis 15–35 days after vaccination. Following introduction of a replacement MMR vaccine (Priorix; GlaxoSmithKline, London, United Kingdom) in 1998, active surveillance of aseptic meningitis and convulsion was established to evaluate the risk associated with the new vaccine. (…) This study demonstrates the power of active postmarketing surveillance to identify or exclude events too rare to be detected in prelicensure trials.
  27. WHO Broschüre Observed Rate of Vaccine Reactions – MMR Vaccines von 2014  
  28. Neurological disorders associated with Measles-Mumps-Rubella vaccination- a review; Neetu Batra; Science Journal of Public Health 2015; 3(1): 81-86
  29. Infants and Children With Convulsions and Hypotonic-Hyporesponsive Episodes Following Diphtheria-Tetanus-Pertussis Immunization: Follow-up Evaluation; Larry J. Baraff, W. Donald Shields, Leila Beckwith, Glenn Strome, S. Michael Marcy, James D. Cherry, Charles R. Manclark; Pediatrics June 1988, VOLUME 81 / ISSUE 6
  30. Baraff 1988: Therefore, there is no evidence that any of these 16 children have any serious neurologic damage as a result of a convulsion or a hypotenic-hyporesponsive episode temporally associated with a prior diphtheria-tetanus-pertussis immunization.
  31. Incidence of apnoea and bradycardia in preterm infants following DTPw and Hib immunization: a prospective study.; Botham SJ1, Isaacs D, Henderson-Smart DJ.; J Paediatr Child Health. 1997 Oct;33(5):418-21.
  32. Botham 1997 Abstract: Objective: To evaluate the incidence and severity of apnoea and bradycardia in hospitalized preterm infants following immunization at 2 months of age, and identify risk factors.
    Methodology: A prospective study of 98 preterm infants, of gestational age 24–31 weeks, immunized at approximately 2 months post natal age with diphtheria‐tetanus‐whole cell pertussis vaccine (DTPw) in the neonatal intensive care unit (NICU) at King George V Hospital Sydney. Half the infants also received Haemophilus influenzae type b conjugate vaccine (Hib) simultaneously. All infants were monitored for apnoea and bradycardia in the 24 h periods pre‐ and post immunization.
    Results: Only one infant had apnoea and/or bradycardia pre‐immunization compared with 17 post immunization. For 12 infants these events were brief, self‐limiting and not associated with desaturations (oxygen saturation <90%). However, for five infants (30%) these events were associated with oxygen desaturation and two of these infants required supplemental oxygen. The group that had apnoea and/or bradycardia and the group that did not were not significantly different in terms of gestational age, birth weight and other variables. Infants who received Hib together with DTPw were less likely to have apnoea and/or bradycardia than those given DTPw alone.
    Conclusion: When considering immunization for preterm infants, the benefits of early immunization must be balanced against the risk of apnoea and bradycardia. We recommend that the cardio‐respiratory function of hospitalized infants born at less than 31 weeks gestation be monitored for 48 h post immunization.
  33. Liese, J. G.: Bewertung der neuen hexavalenten Impfstoffe – eine Erleichterung für die Praxis? Vortrag, gehalten am 25.10.2000 auf dem 6. Münchner Impftag
  34. Self-Organized Criticality Theory of Autoimmunity; Ken Tsumiyama, Yumi Miyazaki, Shunichi Shiozawa; http://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0008382
  35. The present findings are consistent with the current consensus that CD4+ T cells normally die via activation-induced cell death (AICD) after repeated exposure to a single antigen, while naïve CD4+ T cells having a ‘cross-reactive’ TCR with lower affinity can be activated through repeated exposure to the same antigen and survive due to weak TCR signaling, ultimately acquiring autoreactivity. We show here, however, that aiCD4+ T cells are induced not by cross-reaction, but by de novo TCR revision. The aiCD4+ T cells thus generated induce not only autoantibodies but also full-maturation of CD8+ T cells leading to autoimmune tissue injury akin to human SLE. Thus, induction of aiCD4+ T cells is a critical step, and subsequent induction of effector CTL is a critical next step in the development of autoimmunity. The question of how autoimmunity is triggered can therefore be deduced to the quantitative response of host against immunizing antigen, i.e., the ability of host to present and/or cross-present antigen. It then follows that the ability of certain antigens such as measles virus to cause autoimmunity may be due to their ability, in conjunction with its ability to present antigen, to overstimulate CD4+ and/or CD8+ T cells of certain hosts beyond integrity of their immune system. Living organisms are constantly exposed to a broad range of environmental antigens, as exemplified by the recent re-emergence of measles virus infection among a subpopulation of Japanese young adults who were not vaccinated against the virus. We therefore conclude that systemic autoimmunity necessarily takes place when host’s immune ‘system’ is overstimulated by external disturbance, i.e., repeated exposure to antigen, to the levels that surpass system’s self-organized criticality, and propose here ‘self-organized criticality theory’ explaining the cause of autoimmunity.
  36. Acquired autoimmunity after viral vaccination is caused by molecular mimicry and antigen complimentarity in the presence of an immunologic adjuvant and specific HLA patterns;
    Burton A. Waisbren Sr.; https://doi.org/10.1016/j.mehy.2007.04.043
  37. Desert Storm Syndrome and Immunization; Hansotto Reiber, PhD; Basiro Davey, PhD
    Arch Intern Med. 1996; 156(2):217. doi:10.1001/archinte.1996.00440020127023
  38. Abstract Reiber 1996: The latest report1 about the search for causes of the „Desert Storm syndrome“ must be very disappointing, not only for the 20 000 victims, but also for medical scientists. Four years after the end of the Gulf War, information still derives from the arbitrary collection of very restricted data from small cohorts of veterans. Is this a question of medical concepts? Are the symptoms of the Desert Storm syndrome or „Gulf War disease“ indeed so unique and unpredictable1,2 that it is not possible to develop reasonable concepts for investigation? Together with the predominant chronic fatigue syndrome, joint pain, and rash, there have been reports of increased polyspecific antibody concentrations against viruses such as Epstein-Barr virus, cytomegalovirus, and arbovirus, as well as symptoms that resemble those of immunologic disorders. What can be a consistent explanation of these disseminated symptoms of obviously chronic disease other than changes in immune responses?
  39. Immunization Safety Review: Multiple Immunizations and Immune Dysfunction.
    Institute of Medicine (US) Immunization Safety Stratton K, Wilson CB, McCormick MC; Washington (DC): National Academies Press (US); 2002.
  40. IOM 2002: The committee concludes that there is weak evidence for bystander activation, alone or in concert with molecular mimicry, as a mechanism by which multiple immunizations under the U.S. infant immunization schedule could possibly influence an individual’s risk of autoimmunity. Moreover, the current routine childhood immunization schedule in the United States appears even less likely to act as an initiator or facilitator of autoimmunity than in the past.
    – In the absence of experimental or human evidence regarding mechanisms related to the hygiene hypothesis as a means by which multiple immunizations under the U.S. infant immunization schedule could possibly influence an individual’s risk of allergy, the committee concludes that this mechanism is only theoretical.
    – The committee concludes that there is weak evidence for the existence of any biological mechanisms, collectively or individually, by which multiple immunizations under the U.S. infant immunization schedule could possibly influence an individual’s risk of allergy.
    – The committee concludes that there is weak evidence for bystander activation as a mechanism by which multiple immunizations under the U.S. infant immunization schedule could possibly influence an individual’s risk of allergy.
  41. HEPATITIS B VACCINE: HELPING OR HURTING PUBLIC HEALTH?; HEARING before the SUBCOMMITTEE ON CRIMINAL JUSTICE, DRUG POLICY, AND HUMAN RESOURCES of the COMMITTEE ON GOVERNMENT REFORM HOUSE OF REPRESENTATIVES ONE HUNDRED SIXTH CONGRESS FIRST SESSION; MAY 18, 1999; Serial No. 106-97
  42. Vaccinations in early life are not associated with development of islet autoimmunity in type 1 diabetes high-risk children: Results from prospective cohort data
    Andreas Beyerlein, Andreas N. Strobl, Christiane Winkler; Vaccine
    Volume 35, Issue 14, 27 March 2017, Pages 1735-1741
  43. Beyerlein 2017 Conclusions: We found no evidence that early vaccinations increase the risk of T1D-associated islet autoimmunity development. The potential association with early TBE vaccinations could not be confirmed in an independent cohort and appears to be a false positive finding.
  44. Cerpa-Cruz, S., Paredes-Casillas, P., Landeros Navarro, E., et al.: Adverse events following immunization with vaccines containing adjuvants. Immunol Res 2013, 56 (2–3): 299–303
  45. Esposito, S., Prada, E., Mastrolia, M. V., et al.: Autoimmune/inflammatory syndrome induced by adjuvants (ASIA): clues and pitfalls in the pediatric background. Immunol Res 2014, 60 (2–3): 366–375
  46. Guimarães, L. E., Baker, B., Perricone, C., Shoenfeld, Y.: Vaccines, adjuvants and autoimmunity. Pharmacol Res 2015, 100: 190–209
  47. D’Alò, G. L., Zorzoli, E., Capanna, A.: Frequently asked questions on seven rare adverse events following immunization. J Prev Med Hyg 2017, 58 (1): E13–E26
  48. Vadalà, M., Poddighe, D., Laurino, C., Palmieri, B: Vaccination and autoimmune diseases: is prevention of adverse health effects on the horizon? EPMA Journal 2017, 8 (3): 295–31
  49. Revisiting adverse reactions to vaccines: A critical appraisal of Autoimmune Syndrome Induced by Adjuvants (ASIA); David Hawkes et al.; Journal of Autoimmunity 2015
  50. Agmon-Levin, N., Zafrir, Y., Paz, Z., Shilton, T., et al.: Ten cases of systemic lupus erythematosus related to hepatitis B vaccine. Lupus 2009, 18 (13): 1192–1197